Bombenvisier

In der Mehrheit der Fälle wurde optisch gezielt, während das Flugzeug horizontal in großer Höhe geflogen wurde. Es wurden zwei Grundtypen von Bombenzielgeräten verwendet.

Das Vektorzielgerät

Der Bombenschütze musste die Geschwindigkeit und die Höhe des Flugzeugs, die Geschwindigkeit und Richtung des Windes, sowie die ballistischen Daten der Bombenlast bestimmen. Er schaute auf ein Fadenkreuz, das aus feinem Draht oder Leuchtlinien auf einem Bildschirm bestand, auf dem angezeigt wurde, wo die Bomben aufträfen, würden sie zum momentanen Zeitpunkt abgeworfen. Bedingung für den Einsatz des Vektorzielgerätes war ein langer horizontaler Anflug. Es war nicht für einen Eindecker geeignet, der sich seitwärts drehte, wenn er eine Wende flog. Im Jahre 1942 produzierte die RAF "Mark 4", ein kreiselstabilisiertes Gerät, das dem Flugzeug das Wenden beim Bombenabwurf erlaubte. Es gab Daten an einen Komplexanalogrechner, der jegliche Kursabweichung in der Zieleinstellung korrigierte.

Das tachometrische Zielgerät

Während des Bombenabwurfs visierte der Bombenschütze das Ziel im Zielfernrohr an. Das Visier wurde durch einen Elektromotor mit variabler Geschwindigkeit eingestellt. Der Bombenschütze gab die Daten der Bombenlast und der Flugzeughöhe ein und richtete dann das Zielfernrohr auf das Ziel. Der Boden des Zielgerätes war kreiselstabilisiert. Die Daten der Flugzeugbewegung wurden im Rechner des Gerätes gespeichert, während das Fernrohr auf das Ziel gerichtet blieb. Der Computer erzeugte Signale zur Kursberechnung, die zum Piloten weitergeleitet wurden. Wenn sich der Bomber dem Ziel näherte, befand sich das Zielfernrohr fast in Vertikalstellung. Der Computer berechnete, wann der Abwurfwinkel erreicht war. Zum genauen Zeitpunkt wurde eine Reihe elektronischer Kontakte geschlossen und der Bombenabwurf automatisch ausgelöst.

Die US-Version des tachometrischen Zielgeräts trug den Namen "NORDEN". Spätere Modelle dieser Version fütterten den Autopiloten direkt mit den erforderlichen Daten, wodurch der Bombenschütze in der Lage war, das Flugzeug allein durch die genaue Einstellung des Zielfernrohres zu steuern. Ein entscheidender Nachteil dieses Gerätes war, dass es mindestens 20 Sek. Flug ohne Kursabweichung erforderte. Es büßte auch an Genauigkeit ein, wenn Feuer oder Rauch das Ziel überdeckten.

Wird auch als Nordon bezeichnet